Rezession im 19. Jht.

  • 700 Jahre von Elsenhusen bis Elze

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  • Rezession im 19. Jahrhundert

In den zwanziger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts war es zu einer Getreideüberproduktion gekommen, die sich um so fühlbarer auswirkte, weil sie mit einer nach jedem Kriege eintretenden Anpassungskrise der Gewerbe an die Friedensbedürfnisse zusammenfiel. Die Getreidepreise sanken bis auf 25 Prozent derjenigen von 1805. Die hausgewerbliche Leinenspinnerei und -weberei hatte in den englischen Baumwollwaren einen gefährlichen Konkurrenten bekommen. Bei den sinkenden Erlösen für ihre Erzeugnisse fiel es den Bauern immer schwerer, die Abgaben und Steuern in barem Gelde zu entrichten. Schuld an all ihrem Elend gaben sie ausschließlich der bestehenden Agrarverfassung und forderten immer stürmischer deren Aufhebung. Bis dahin aber vergingen noch einige Jahre. Der Amtsvogt aus Bissendorf meldet in dieser Zeit:

”Bey der allgemeinen Stockung des Handels sind die Preise aller Producte seit einigen Jahren so sehr gefallen, daß die Eingeseßenen bey ihren Exportationen nicht halb so viel gewinnen, als solches vorhin, insbesondere in den Kriegerjahren, der Fall war. Vorzüglich ist dieser Ausfall bey dem Verkaufen der Fohlen, der feisten Hämmel, Kälber und Schweine, des Honigs und Wachses und der Grütze fühlbar. Leider sinkt der Wohlstand der Unterthanen auf eine sehr beunruhigende Art, das Geld wird von Jahr zu Jahr seltener und die Abtragung der Steuern und Gefälle immer schwieriger .. ”

Nachdem man schon seit langem die schlecht ausgenutzten Gemeinheiten (Alimenden) als ein Hindernis für den Fortschritt auf landwirtschaftlichem Gebiet erkannt hatte, war in den Jahren 1824/25 die Lüneburgische Gemeinheitsteilungsordnung auf das ganze Königreich ausgedehnt worden. Auch in Elze wurden die dazu nötigen Vorarbeiten aufgenommen. *3

 

 

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